ART BY ASSOULINE

Stilvorlage

Art by
Assouline

Martine und Prosper Assouline haben ihren Verlag in einer ehemaligen New Yorker Taxi-Garage gestartet. Heute gelten ihre großformatigen Bildbände als ultimativer Luxus im Buchbereich.

Januar 2021, Lesezeit: 5 Minuten

„Als wir Assouline gründeten, war es unser Ziel, luxuriösen Lebensstil und Kultur auf den Seiten einzigartiger Bücher von höchster Qualität zu zelebrieren“, sagt Prosper Assouline, Gründer des Assouline Verlages. „Wir arbeiten mit den interessantesten Celebrities, den spannendsten Künstlern und den besten Marken der Welt, um ihre Geschichten zu erzählen.“ Das Resultat? Das aus Paris stammende Power-Paar Martine und Prosper Assouline hat in den letzten 25 Jahren eine ganze Bibliothek an wunderschönen Bildbänden veröffentlicht, die sich mit Design, Kunst, Reisen und Mode beschäftigen.

B&B der Luxuskategorie: Château de Cassis in einer Festung aus dem 13. Jahrhundert. Foto: Tess Baes

C’est chic – lässiger Provence-Stil. Foto: Stefanie Vinsel

„de Facto gab es den Verlag bevor wir überhaupt entschieden hatten, dass wir ihn wollten.“
– Martine Assouline –

Ihr erstes Buch erschien 1994. Es war dem Hotel La Colombe d’Or im südfranzösischen Vence gewidmet, in dem die Assoulines viele glückliche Wochenenden verbracht hatten. „Das Hotel entspricht genau unserer Vision von Luxus“, erklärt Martine Assouline, „es ist klein und hat eine großartige Atmosphäre. Blumen und Marmor fehlen, dafür gibt es jede Menge Kunst“. Das Buch war reinste Teamarbeit: Sie schrieb, er fotografierte. Damals dachte niemand, dass die Veröffentlichung von „La Colombe d’Or“ zur Gründung eines Verlags führen würde – das Paar betrachtete das Buch als ein Einzelprojekt. Es hatte wohl auch niemand mit einem Verkaufserfolg gerechnet: Das Interesse an dem schönen Bildband war groß und dem Paar fehlte es nicht an neuen Ideen. „Wir haben dann ein paar weitere Bücher in unserem Kellerbüro produziert und uns dabei ein wenig besser organsiert“, sagt Martine Assouline, „de Facto gab es den Verlag, bevor wir überhaupt entschieden hatten, dass wir ihn wollten“.

Edle Verpackungsbox für den Prachtband Versailles.
Foto: Assouline

Auch das Innenleben ist hochwertig gestaltet.
Foto: Assouline

Zu den frühen Erfolgserlebnissen von Assouline zählt ein Anruf Lee Radziwill, Schwester von Jackie Kennedy und stilvolle Jetsetterin. „Als meine Assistentin mir sagte, wer in der Leitung ist, dachte ich an einen Scherz. Aber sie war es wirklich. Sie wollte sich mit mir zum Lunch verabreden, um über ein Buchprojekt zu sprechen“, erinnert sich Martine Assouline. Andere Verlage hätten viel dafür gegeben, die Biografie von Lee Radziwill veröffentlichen zu dürfen. Aber Ms Radziwill hatte mit sicherem Gespür den Verlag gewählt, der am besten zu ihr und zu ihrem glamourösen Lebensstil passte. Damals befand sich der Verlag noch in Paris und bis heute schätzen der in Marokko geborene Prosper und die in Südafrika und Südamerika aufgewachsene Martine ihre französische Heimat. Dennoch beschlossen sie vor rund 20 Jahren mit ihrem Verlag nach New York zu ziehen. Sie fanden eine alte Garage im New Yorker Stadtteil Chelsea, der in jenen Jahren noch weit entfernt vom schicken Kunst-Mekka mit High Line und teuren Boutiquen war. Die Westseite des unteren Manhattans hatte damals nur triste Industriehallen und großartige Aussichten auf den Hudson zu bieten – doch genau das gefiel den Assoulines. 

„Wir mögen Dinge, die selten und wertvoll sind.“
– Prosper Assouline –

Ihr Verlag wuchs und mit ihm ihr Renommee. Hunderte von Künstlern, Köchen und Couturiers wollten mit ihnen arbeiten. Zu den Glücklichen, die es schafften, zählen Designer wie Azzedine Alaia und Diane von Fürstenberg, Gastronomen wie Alain Ducasse, Fotografen wie Peter Lindbergh. Doch bei Assouline gibt es auch Bücher über die Geschichte von Coca-Cola und das russische Ballett, über Rajasthan, Capri und die französische Riviera, über Chanel, Shaker-Möbel und den verborgenen Schick der Osmanen. Aber Vorsicht: Es handelt sich dabei nicht um Bücher, die in jede Shopping Bag passen, sondern um große, dicke und meist richtig schwere Wälzer, handgedruckt, reich illustriert und oft in limitierter Auflage gedruckt. Das kostet. Zwar bekommt man schon für 50 Euro den einen oder anderen Titel und viele liegen bei 200 Euro. Die Special Editions aber spielen in einer anderen Preisliga: Ein Band über den Meisterparfumeur Serge Lutens kostet 350 Euro, einer über Tiffanys Schaufensterdekorationen rund 820 Euro und für ein opulentes Werk über Venedigs Synagogen werden 3200 Euro veranschlagt. „Wir mögen Dinge, die selten und wertvoll sind“, erklärt Prosper Assouline, „es geht nicht um den Preis, sondern um die Bereicherung, die sie in unser Leben bringen“. Zu den jüngsten Veröffentlichungen gehören der wunderbare Bildband „Provence Glory“ mit einem Text vom Pariser Star-Journalisten François Simon, eine üppig illustrierte Chanel-Trilogie sowie die auf 100 Ausgaben limitierte und in goldenen Samt gebundene Spezialausgabe „Versailles“ zum sagenhaften Preis von 4500 Euro.

Kuriositätenkabinett in Londons Maison Assouline. Foto: Andy Barnham

Kuriositätenkabinett in Londons Maison Assouline.
Foto: Andy Barnham

Um all diesen Prachtbänden einen passenden Rahmen zu bieten, wurde 2014 der Assouline-Flagshipstore in einem 1922 errichteten, ehemaligen Bankhaus an Londons Piccadilly eröffnet. Im grandios gestalteten Maison Assouline sind nicht nur die neuesten Bände und seltene Sondereditionen zu finden, sondern auch lederne Bücher-Taschen, Kopfhörer von Master Dynamic oder handbemaltes Porzellan. In der Swans Bar kann man frühstücken, lunchen oder einen traditionellen Afternoon Tea genießen, am Abend gibt es Cocktails und Champagner. „Unser Flagship in Picadilly ist ein Concept Store für Kultur“, sagt Prosper Assouline, „wir betrachten ihn als eine Erweiterung unseres Privathauses und als zivilisierten Gegenpol zur immer digitaler werdenden Welt“assouline.com